GfA-Newsletter No. 6:

"Risikobereitschaft und Unternehmenserfolg" [PDF-Link]

 

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Laufende Projekte


> 1. Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Komission. Arbeitspaket 1: Wirksamkeit der Instrumente, Modul 1e: Existenzgründungen
> 2. Wer sind die Neuen Selbstständigen? Eine Strukturanalyse von Gründertypen unter Berücksichtigung wissens- und fähigkeitsbasierter Kompetenzmuster.
> 3. Gestaltung von Mikrofinanzinstrumenten für einen besseren Zugang zu Fremdkapital für Kleinunternehmer
> 4. Using the character based lending approach as a tool for the development of a market oriented MSME-financing system in the EU
> 5. Analysis of Borrowers - Repayment Behaviour in various Eastern European Microfinance Institutions


1. „Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Komission.
Arbeitspaket 1: Wirksamkeit der Instrumente, Modul 1e: Existenzgründungen“
 

Projektpartner:

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin;
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg;
infas, Bonn; Sinus, München

Auftraggeber:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, vormals Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

Gründungswilligen Arbeitslosen durch finanzielle Förderung den Schritt in die berufliche Selbständigkeit zu erleichtern war eines der zentralen Ziele der Hartz-Reformen. Der von 2003 bis 2006 ausgezahlte Existenzgründungszuschuss (ExGZ) zur Gründung einer Ich-AG und das schon länger existierende Überbrückungsgeld (ÜG) haben seit 2003 zu einem deutlichen Anstieg von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit geführt. Ziel der Evaluationsstudie ist es, die Wirkungen der verschiedenen Instrumente der Gründungsförderung zu ermitteln. Im Einzelnen werden folgende Fragen analysiert:
 
  • Welche Ziele verfolgen Existenzgründer aus Arbeitslosigkeit und wie sind ihre Motivlagen für die Gründung, insbesondere im Vergleich zu den nicht geförderten Gründungen?
  • Welche Faktoren bestimmen während des gesamten Gründungsprozesses den Erfolg bzw. Misserfolg einer Gründung?
  • Welchen Beitrag leisten die Förderinstrumente zum Gründungserfolg bzw. zur Integration in reguläre Beschäftigung?
  • Wie erfolgt die Finanzierung der Gründungen?
  •  
Ziel der Analysen ist es, sowohl qualitativ als auch quantitativ belastbare Aussagen über intendierte wie auch nicht intendierte Wirkungen der verschiedenen Förderinstrumente bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit zu treffen. Auf dieser Basis sollen Effektivität und Effizienz der Programme und ihres Fördereinsatzes bewertet und qualifizierte Politikempfehlungen zu ihrer weiteren Ausgestaltung gegeben werden. Die Studie wurde Ende 2006 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales freigegeben.



2. „Wer sind die Neuen Selbstständigen?“ Eine Strukturanalyse von Gründertypen
unter Berücksichtigung wissens- und fähigkeitsbasierter Kompetenzmuster.

Kooperationspartner:

Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Enigma Gründungszentrum, Hamburg;
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg

Auftraggeber:

EU - Gemeinschaftsinitiative Equal (im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft Exzept) und Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg

Seit Mitte der Neunziger Jahre werden Arbeitslose, die sich für eine selbständige Tätigkeit entschieden haben, von der Bundesagentur für Arbeit durch verschiedene Formen der Gründungsförderung gezielt unterstützt. Vergangene Analysen haben jedoch gezeigt, dass nicht alle Selbständigen mit Hilfe ihrer eigenen Unternehmung ein existenzsicherndes Einkommen generieren können, insbesondere weil sie unternehmerische Defizite aufweisen.

Grundsätzliches Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, das Verständnis über die Merkmale, Besonderheiten und Zielsetzungen dieser „Neuen Selbständigen“ (auch im Vergleich zu konventionellen Vorstellungen über berufliche Selbständigkeit und Unternehmertum) zu vertiefen. Die Frage „Wer sind die Neuen Selbstständigen?“ stellt dabei den Ausgangspunkt für alle weiteren Fragestellungen dar. Ziel der geplanten Analysen ist es, mit Hilfe eines Panel-Datensatzes zu untersuchen, inwieweit unterschiedliche Gründertypen empirisch nachweisbar sind und zu welchem Zeitpunkt sie identifizierbar werden, welche flankierenden Instrumente mit welcher Wirkung Unterstützung bei der Gründung zu leisten vermögen, wie sich die einzelnen Gründertypen – auch in Abhängigkeit der sie begleitenden Instrumente – im fortlaufenden Prozess der Selbständigkeit entwickeln, welchen Einfluss bestimmte (in der psychologischen Forschung als zentral identifizierte) Persönlichkeitseigenschaften auf den Erfolg einer selbständigen Tätigkeit haben.



3. „Gestaltung von Mikrofinanzinstrumenten für einen
besseren Zugang zu Fremdkapital für Kleinunternehmer“

Auftraggeber:

Deutsches Mikrofinanz Institut (DMI), Bochum

A. Benchmarking

Das Deutsche Mikrofinanz Institut (DMI) befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium und hat in seiner Zielsetzung explizit eine Pilotphase vorgesehen, in deren Rahmen verschiedene Kreditprodukte auf der Suche nach „Best Practice Modellen“ getestet werden sollen. Die GfA hat ein Managementtool für das Benchmarking der akkreditierten Mikrofinanzierer entwickelt. Das „DMI-Benchmarking“ verfolgt eine Reihe von Zielen:

  • Darstellung des Status Quo der Mikrofinanzierung in Deutschland
  • Vergleich der akkreditierten Mikrofinanzierer hinsichtlich zentraler Portfolio-Kennziffern
  • Ermittlung von Best Practices bei der Vergabe von Mikrokrediten und Generierung von Lerneffekten für alle DMI-Mitglieder
  • Schaffung einer Datenbasis für vergleichende Studien mit anderen (europäischen) Ländern

B. Kundenanalyse

Die GfA führt derzeit gemeinsam mit dem DMI erste Marktstudien über den Bedarf an Mikrofinanzprodukten in Deutschland durch. Hierzu werden Kleinunternehmer zu ihrem Finanzierungsbedarf innerhalb der ersten drei Jahre ihrer Geschäftstätigkeit befragt. Im Einzelnen wird untersucht,

  • mit welcher Marktgröße Anbieter von Mikrofinanzprodukten rechnen können,
  • welche Zielgruppen unter den Kleinunternehmen mit Mikrofinanzprodukten angesprochen werden können,
  • in welcher Form Mikrofinanz-Produkte auszugestalten sind, um ihre potentiellen Zielgruppen zu erreichen



4. “Using the character based lending approach as a tool for the
development of a market oriented MSME-financing system in the EU“

Kooperationspartner:

Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn;
FIDES, Micro-Finance Centre (MFC), Warschau;
Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg, Deutsches Mikrofinanz Institut (DMI), Bochum;
Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder

Auftraggeber:

EU – DG Employment, Social Affairs and Equal Opportunities, Artikel 6

Im Rahmen dieses Projekts wird untersucht, inwieweit die Schaffung eines auf den Ansätzen des „Character based lending“ beruhender Bürgschaftsmechanismus Kleinunternehmen einen besseren Zugang zu Krediten ermöglicht. Im Fokus stehen insbesondere solche Unternehmen, deren Kreditanträge nach einer klassischen dokumentenbasierten Kreditanalyse bei herkömmlichen Banken abgelehnt wurden. Ziel des Projekts ist es, in Abgrenzung zu bestehenden (subventionierten) Förderprodukten einen kostendeckend wirtschaftenden Mechanismus zu konzipieren, der sich nach einer anfänglichen Förderung nachhaltig am Markt bewährt und nach einer Pilotphase in der Lage ist, einen signifikanten Teil des Marktes zu bedienen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem DMI ist Grundlage des Projekts. Die GfA analysiert im Rahmen dieses Projekts



  • produktrelevante Merkmale potentieller Kreditnehmer sowie die mögliche Ausgestaltung von Kreditprodukten
  • institutionelle Rahmenbedingungen für die Vergabe von Kleinstkreditprodukten
  • Best-Practice Methoden des „Institution Building“ in England und deren Übertragbarkeit auf den deutschen Markt
  • Möglichkeiten des Paradigmenwechsels von subventionierten Förderprodukten zu kundenorientierten marktfähigen Produkten.



5. “Analysis of Borrowers’ Repayment Behaviour in various
Eastern European Microfinance Institutions“

Kooperationspartner:

Dr. Denitza Vigenina

Seit Ende der Neunziger Jahre gibt es eine Vielzahl von Analysen, warum Kreditnehmer von Kleinstkrediten aus theoretischer Sicht ihre Rückzahlungsraten leisten werden, auch wenn sie keine herkömmlichen Sicherheiten hinterlegen. In diesem Projekt wurde empirisch untersucht, inwieweit verschieden Anreizsysteme zum theoretisch erwarteten Rückzahlungsverhalten führen. Im Einzelnen wird analysiert,

  • welche Faktoren der Gruppen- und Individualhaftung einen positiven Einfluss auf die Rückführung von Krediten haben,
  • bei welchen Zielgruppen von Kleinunternehmern sich die Gruppenhaftung als besonders effektiv erweist,
  • welchen Einfluss der Wettbewerb zwischen verschiedenen Mikrofinanzorganisationen auf die Effektivität des Instruments der Gruppenhaftung hat,
  • unter welchen Bedingungen Individualhaftung der Gruppenhaftung vorzuziehen ist.